
… auf der Internetseite des Historischen Flugsportvereins Sauerland.
Schüren bei Meschede ist die Wiege des Segelfluges im Sauerland. Die intensive Suche nach einem geeigneten Gelände für die Erprobung der selbstgebauten Flugmaschinen führte die Flugbegeisterten vor fast 100 Jahren in das Dörfchen mit kaum 50 Einwohnern. Neben den Mescheder Fliegern kamen Vereine aus ganz Westfalen und sogar vom Niederrhein hierher zum Segelfliegen.
Was begann als „vogelfreies“ Fliegen mit viel Begeisterung, Engagement und Entbehrungen änderte sich 1933 schlagartig.
Die Nationalsozialisten lösten 1933 alle Vereine auf, beschlagnahmten deren Vermögen und fassten alle Vereine zwangsweise im Deutschen Luftsportverband zusammen. Der Staat organisierte in der Folgezeit die Ausbildung der jungen Piloten. Eine Segelflugschule, von der die Flieger immer geträumt hatten, wurde mit Hilfe des Arbeitsdienstes errichtet. Internatsunterbringung im Schlafsaal, Schulung im Segelflug und in der Technik des Flugzeugbaus gehörten fortan ebenso dazu wie auch militärischer Drill, Befehl und Gehorsam und politische Einflussnahme.
Von der großen grenzenlosen Freiheit blieb am Ende eine vormilitärische Ausbildung, Vorbereitung auf den Einsatz als Militärpilot oder Techniker bei der Luftwaffe. Viele junge Piloten verloren im Krieg das Leben oder die Gesundheit.
Nach dem Kriege war Schüren erst einmal Kinderheim der Caritas für vertriebene oder verwaiste Kinder und Jugendliche bis 1954 die Flieger zurückkehrten.
Heute ist Schüren Begegnungsstätte für Flieger aus ganz Europa. Hier werden Freundschaften geknüpft für’s Leben.
Der Historische Flugsportverein Sauerland e.V. hat sich im Jahre 2018 gegründet um die wechselvolle Geschichte des Segelfluges im Sauerland zu erforschen, das denkmalgeschützte Gebäude der Flugschule zu erhalten, alte, heute nicht mehr übliche Bautechniken weiterzugeben.
Vorträge über die Geschichte und Führungen durch das historische Gemäuer, die Werkstätten und Flugzeughallen, ein kleines Museum finden großen Anklang bei Besuchergruppen aus Nah und Fern.
Es gibt feste Termine oder auch buchbare Führungen für Interessengruppen, Familien und Betriebsausflüge. Auch als außerschulischer Lernort für den Geschichts-, Politik- und Physikunterricht bietet sich Schüren an.
Weitere Informationen erhalten Sie über vorstand@fluggeschichte-sauerland.de oder telefonisch unter 0291 6100. Hier können Sie auch Termine buchen.
Schüren International

| 13.5.2026 | Vortrag/Führung für Senioren-Union Medebach |
| 14.5.2026 14:30 Uhr Christi Himmelfahrt |
Öffentlicher Vortrag/Führung für Einzelpersonen/Gruppen ca. 2 Stunden (8 €/Pers.) Anmeldung: Vorstand@fluggeschichte-sauerland.de |
| 23./24./25.05.2026 (Pfingsten) |
Deutsch-Dänisches Jubiläum in Schüren Baby- und Ka2-Fliegen mit den Dänen. |
| 15.7.2026 14:00 Uhr | Vortrag/Führung für die Telekom-Senioren |
| 19.7.2026 11:00 Uhr | Öffentlicher Vortrag/Führung für Einzelpersonen/Gruppen ca. 2 Stunden (8 €/Pers.) Anmeldung: Vorstand@fluggeschichte-sauerland.de |
| 27.07. – 06.08.2026 | Vintage Glider Club Rally in Arnborg/Dk. |
| 08.08. – 09.08.2026 | Bockwurst Fly-In in Schüren |
| 13.09.2026 | Tag des offenen Denkmals |
Rückblick: Das Historische Fliegerlager 2024 Meschede-Schüren
Zum Historischen Fliegerlager von Fronleichnam bis zum folgenden Wochenende waren unsere Freunde aus Dänemark mit zwei Flugzeugen angereist. Leider musste ein Teil der Gruppe absagen und auch eine Maschine im Hangar bleiben. Immerhin 7 Stunden Fahrt liegen zwischen dem dänischen Heimatflugplatz und dem Sauerland. In den fast 50 Jahren Freundschaft zwischen den dänischen Fliegerkameraden und den Mescheder Fliegern sind die Wege inzwischen gut bekannt.
Alles war bestens vorbereitet. Nur das Wetter drohte einen Strich durch die Rechnung zu machen. Immerhin konnte an zwei Tagen geflogen werden. Die Fluggeräte waren schon etwas exotisch. Die Vasama hatten wir in Schüren schon früher begrüßen dürfen. Die GÖ4, eine Konstruktion von Wolf Hirth und Wolfgang Hütter aus 1937, sieht man nicht alle Tage. Hier sitzen Fluglehrer und Schüler oder Passagier nebeneinander.
Søren Bork-Pedersen hat alles im Bild festgehalten.
Und noch mehr Bilder…
Unser Mitteilungsblatt LUFTPOST schon 7 mal erschienen.
Alle Mitteilungsblätter können in unserem Archiv durchgeblättert und heruntergeladen werden.
Sie/Ihr wollt uns etwas Gutes tun und uns bei unserer Arbeit „unter die Arme greifen“? Fallschirm, Instrumente, Versicherung, – alles kostet Geld. Hier unsere Konto-Nummer:
Sparkasse Mitten im Sauerland IBAN: DE92 466500051560082735
Spenden an unseren Verein können steuerlich geltend gemacht werden.
Sie können auch (Förder-)Mitglied werden. Anträge finden Sie oben im Menü unter „Verein“.
Tausende Bilder und Dokumente zum Segelflug, nicht nur im Sauerland, umfasst inzwischen unser Archiv. Vieles davon wartet darauf, künftig in unserem Museum der Öffentlichkeit gezeigt zu werden. Aber es gibt auch Dinge, für die man bei einem Museumsbesuch keine Zeit haben wird. Hier das Heft „Segelfliegen“ erschienen zur Olympiade 1936 als PDF-Datei zum Download:
Frisch ausgegraben
Bevor Arnold Flues im Jahr 1930 in Meschede mit dem Bau und der Erprobung von Gleitflugzeugen begann , hatte es schon fliegerische Aktivitäten im Sauerland gegeben. Diesmal soll nicht die Rede sein von dem Bildhauer Kaspar Hamm aus Schmallenberg, der im 19. Jahrhundert mit seinen Flugversuchen scheiterte und „Floigen Kasper“ genannt wurde.
In Hagen kam zu Beginn der 1920er Jahre der Fluggedanke auf und der dort ansässige Motorradketten-Hersteller Steinmann beschloss Segelflugzeuge zu bauen. Er stellte dafür den damals schon bekannten Konstrukteur Alexander Lippisch ein. Lippisch erkundete mit einem Getreuen das Sauerland und entdeckte in Winterberg wohl ähnliche Verhältnisse wie auf der Wasserkuppe in der Rhön. In Winterberg wurde eine Werkstatt mit Konstruktionsbüro eröffnet und dort wurden die Flugzeuge erprobt.
Hier ein Bericht über die Steinmann-Lippisch Konstruktionen aus der Zeitschrift „Flugsport“ von Oskar Ursinus, erschienen 1925: Steinmann-Flugzeuge
Die Firma Steinmann ging im Jahre 1925 als Folge der Wirtschaftskrise pleite. Lippisch ging zur Wasserkuppe.

